Illegaler Handel mit Kältemittel: Hessischer Rundfunk und Deutsche Welle berichten
In Hessen ermittelt ein spezialisiertes Team aus Polizei, Staatsanwaltschaft und Regierungspräsidium gegen den illegalen Handel mit Kältemittel. Die Behörden kontrollieren Online-Angebote, führen Straßen- und Autobahnkontrollen durch und haben bereits Hausdurchsuchungen sowie Strafverfahren angestoßen. Der Beitrag macht deutlich, dass der Schwarzmarkt sehr lukrativ ist: Es werden Gewinnmargen von über 1000 Prozent genannt, vergleichbar mit dem Kokainhandel. Daher gehen die Behörden davon aus, dass auch organisierte Kriminalität beteiligt ist.
Engelbert Rieder von der Firma Schiessl betont, dass der illegale Handel vor allem die Unternehmen trifft, die sich an die Regeln halten. Legale Händler würden durch billigere Schwarzmarktware benachteiligt. Rieder kritisiert zudem, dass aus seiner Sicht auf europäischer Ebene noch zu wenig gegen den illegalen F-Gas-Handel unternommen wird.
Der Beitrag macht deutlich: Der Schwarzmarkt schadet nicht nur dem Klima, sondern auch dem fairen Wettbewerb. Gleichzeitig gibt es klimafreundlichere Alternativen, die alte F-Gase zunehmend ersetzen sollen.
In einer neuen Dokumentation des unabhängigen deutschen Auslandssenders Deutsche Welle (DW) wird der weiterhin bestehende illegale Handel mit Kältemitteln in Europa thematisiert.
Der rund 20-minütige Beitrag soll im Wirtschaftsmagazin MADE – Made in Germany ausgestrahlt werden und ist auf YouTube abrufbar. Die Recherche zeigt, dass verbotene beziehungsweise illegal vertriebene Kältemittel weiterhin online leicht zu finden sind. Sie werden dort häufig zu niedrigen Preisen angeboten und auch an Personen verkauft, die nicht über die erforderliche Zertifizierung verfügen. Laut Videobeschreibung werden F-Gase im Wert von Milliarden Euro illegal nach Europa gebracht und dort weitgehend unkontrolliert verkauft.
Im Rahmen der Dreharbeiten konnten Reporter eine Flasche R449A bei einem Anbieter kaufen, der aus einem Lagerraum in einem Industriegebiet am Berliner Stadtrand heraus tätig war. Nach Angaben des Beitrags führte der Verkäufer zudem größere Bestände der Kältemittel R404A, R410A und R134a. Diese Produkte sollen aus der Türkei eingeführt worden sein. Die Recherche macht sichtbar, dass der illegale Handel nicht nur aus einzelnen kleinen Verkäufen besteht, sondern größere Mengen und organisierte Strukturen umfasst.
Zusammengefasst lautet die Kernaussage: Europas strengere Regeln für klimaschädliche Kältemittel haben zwar ein wichtiges Umweltziel, schaffen aber auch einen profitablen Schwarzmarkt. Dieser wird von kriminellen Netzwerken genutzt, während Kontrollen, Online-Plattformen und Lieferketten offenbar nicht ausreichen, um den illegalen Handel wirksam zu stoppen.
Der Beitrag ist derzeit in englischer Sprache auf dem DW-YouTube-Kanal Planet A verfügbar.